Aber der Herr ist treu; der wird euch stärken und bewahren vor dem Bösen. 2. Thessalonicher 3:3

Gott ist gut, alle Zeit… Alle Zeit, Gott ist gut. Das durften wir die letzten Wochen sehen und spüren. Es waren alles andere als einfache Wochen, aber Gott hat uns durch diese schwere Zeit geführt.
Nach der glücklichen Nachricht im Februar, dass wir Eltern werden dürfen, folgte ein paar Monate später, eine schlechte Nachricht. Am 23.07.2020 mussten sie mich, Rebekka, notoperieren. Die Ärztin hat einen 7 cm grossen Tumor herausgenommen. Gott sei Dank ist er gutartig. Unterdessen geht es mir recht gut. Ich kann das meiste wieder selber machen und dem Baby geht es tip top. Es ist sehr lebendig.
Mai: Wir haben Protokolle entwickelt, die es uns ermöglichen, vorsichtig zu sein und die Verbreitung von Covid-19 zu vermeiden. Wir haben drei Desinfektionsstationen eingerichtet. Am Eingang des Kinderheims müssen wir Overalls und Schuhe mit Alkohol desinfizieren, dann schliessen wir in der zweiten Station unsere Overalls ein und schliesslich an der dritten Station, waschen wir unsere Hände. Alle Mitarbeiter müssen Masken tragen.
Juni: Seit Mitte Monat darf Ronald mit einer Spezialbewilligung, drei Mal pro Woche ins Kinderheim. Die Polizei und die peruanische Armee machen viele Kontrollen auf dem Weg nach Cieneguilla (wie in ganz Lima). Ronald musste auch Änderungen an den Arbeitszeiten der Tutoren (den Mamas) vornehmen, nach sogenannten Quarantänen – Vorschriften.

Auch hatte der Präsident vom Kinderheim, Hanni und Direktor Ronald, mit jedem Mitarbeiter ein Gespräch, um deren Bedenken und Vorschläge zu hören, was sie während den drei Monaten in der Quarantänezeit beobachten konnten.
Mit grosser Freude durften wir von Freunden des Kinderheims und Institutionen Lebensmittel und andere Spenden entgegennehmen. Dies am Eingang, um eine Ansteckung zu verhindern. Es ist so schön, wie Gott seine Kinder versorgt.
Neu findet jeden letzten Mittwoch im Monat unser Fasten- und Koordinationstreffen statt. Was echt gesegnete Zeit ist.
Juli: Diesen Monat hat Ronald die Koordination mit den Organisationen des peruanischen Staates zur Erneuerung der Akkreditierung des Kinderheims angefangen. Dieses Dokument ermöglicht die Rechtmässigkeit der vom Kinderheim erbrachten Leistung. Auch viel Koordination mit dem Staat über die Situation der Kinder war auf dem Plan, welche länger als 6 Jahre im Kinderheim sind. (Denn, wenn sie sich längere Zeit im Kinderheim befinden, ist die Wahrscheinlichkeit ihrer Adoption immer geringer und dies ist nicht gut für die Kinder.).

Andererseits koordiniert Ronald einen Spezialfall, eines unserer Kinder hat Zerebralparese; der Junge ist seit fast drei Jahren bei uns. Es gibt jedoch auch andere Kinderheime, die spezialisiert sind und Personal für die persönliche Betreuung haben, die dieses Kind benötigt. Wir lieben diesen Jungen und aus diesem Grund ist es uns wichtig, dass er sich an einem Ort befindet, an dem er die Aufmerksamkeit erhält, die er verdient.
Wir haben unterhaltsame Workshops entwickelt, um die Kinder in ihren sozialen und künstlerischen Fähigkeiten (Musik und Tanz) zu fördern. Die Kinder haben auch jeden Tag eine Andachtszeit von 9:00 – 10:00 Uhr. Das ist grossartig und wunderbar, da sie Zeit mit ihrem GOTT und SCHÖPFER haben, bevor sie ihre Aktivitäten für den Tag beginnen.
Am 29.07.2020 hatten wir wieder unser Fasten- und Koordinationstreffen als Team. Es erfreut mich zu sehen, wie diese wertvolle Zeit unser Team stärkt und motiviert.

August: Die Kinder und Mitarbeiter haben am 03.08. ein kleines Fest organisiert, da ich, Ronald, ein Tag zuvor, eine Tutora und ein Mädchen am 01.08. Geburtstag hatten. Es war schön, so viel Liebe zu empfangen.
Von der Gemeinde Cieneguilla, sowohl auch von einer Kirche als auch vom peruanischen Staat, haben wir Lebensmittelspenden erhalten. Es ist so schön wie Gott die Kinder auch in diesem Monat versorgt.
Jeden Sonntagmorgen haben wir einen Gottesdienst im Kinderheim, in dem die Kinder selbst den Gottesdienst leiten, mit Lobpreis und biblischen Geschichten. Es macht ihnen sehr viel Spass. Unser ältester Junge im Kinderheim, hatte zuvor rebellische Einstellungen und seine ganze Kreativität bestand darin, negative Dinge zu tun. Jetzt erstellt er sehr schöne Dinge wie Schuhe, Fernseher, Flugzeuge, Hubschrauber usw., mit lehrreichen und recycelbaren Materialien. Das zu schreiben ist etwas, das mich als Direktor sehr glücklich macht, und ich kann die Hand Gottes wiedersehen.
Wir haben freiwillige Helfer, die die Kinder bei den Hausaufgaben unterstützen, da die Schulen immer noch geschlossen sind (das gilt für das ganze Jahr). Der Unterricht findet über die Medien statt.

Am 31.08. hatten wir allen Grund zum Feiern. Hanni, Rebekka und ein Junge des Kinderheims hatten Geburtstag. Das feierten wir mit einem feinen Pachamanca. Es war eine super schöne Zeit und für Rebekka, nach 5 ½ Monaten wieder einmal ins Kinderheim zu kommen, war es echt Hammer. Die Kinder sind während dieser Zeit sehr gewachsen und haben sich zum Positiven verändert. Gott ist einfach genial.

September: September: Am 12.09. haben wir den 15. Geburtstag gefeiert von einem Mädchen, mit dem das Kinderheim Mahanaim vor 15 Jahren angefangen hat. Es war richtig schön. In Peru ist der 15. Geburtstag für Mädchen sehr wichtig und speziell, da sie vom Teenager zur Frau gekürt werden (die Jungs werden mit 18 zum Mann gekürt). Prachtvoll, wie eine Prinzessin trat sie ein. Ein Gentleman nahm sie in Empfang und brachte sie zu ihrem Thron. Zuerst überbrachte man ihr eine Bibel, als Zeichen, dass Gott immer an ihrer Seite sein wird. Danach hat der Gentleman ihr die Teenagerschuhe ausgezogen und ihr Damenschuhe angezogen. Natürlich muss jetzt noch eine Runde getanzt werden, mit solch schönen Schuhen. Es wurden Fotos vorbereitet, die gezeigt wurden, von der Zeit als sie ins Kinderheim kam bis zum heutigen Tag. Hanni hat uns voller Enthusiasmus ihre Geschichte erzählt. Die kleine Grosse ist ein echtes Wunder. Wie üblich hier in Peru, schenkt man dem Geburtstagskind schöne Worte und Wünsche. Es gab natürlich auch etwas Leckeres zu Essen und eine Geburtstagstorte. Wir hatten wirklich eine wunderschöne Zeit.

Camp
Das Camp müssen wir immer noch geschlossen halten für Gruppen. Wie gesagt wird, könnte es noch bis Mitte nächstes Jahr so weiter gehen. Es kommt jetzt sehr darauf an, wann sie die Impfung gegen das Virus herausbringen. Alles hängt jetzt davon ab.
Unser Aufpasser schaut weiterhin zum Camp. Sobald es mir wieder gut geht, sprich, ich wieder länger stehen und gehen kann, werde ich helfen gehen, sowie auch im Kinderheim. Ich kann es kaum erwarten.
Tikva Peru
Seit der Quarantäne ist die häusliche Gewalt stark angestiegen. In dieser Zeit gab es insgesamt 18 Morde an Frauen. Uns als Tikva sind noch die Hände gebunden. Aufgrund der zunehmenden Ansteckungen von Covid-19, über 700‘000 Fälle, kann und darf in den Armenvierteln keine Arbeit geleistet werden, wo mehrere Menschen zusammenkommen. Es dürfen sich nur Leute des gleichen Haushalts versammeln.
In dieser Zeit haben wir den Arbeitsplan überprüft. Als wir über Zoom Sitzung hatten, war eine Idee, über Internet etwas aufzubauen, um an die Familien zu kommen. Es waren schon einige Ideen vorhanden fürThemen, aber wir kamen doch zum Schluss, dass es unglaublich schwierig wäre, an diese Familien zu kommen, da der Grossteil gar kein Internet hat in den Armenvierteln. Somit mussten wir das schweren Herzens wieder streichen. Wir vertrauen jedoch weiterhin darauf, dass der Herr grosse Dinge für uns hat.
In 1. Korinther 2:9 steht…
Es ist vielmehr das eingetreten, was schon in der Heiligen Schrift vorausgesagt ist: „Was kein Auge jemals sah, was kein Ohr jemals hörte und was sich kein Mensch vorstellen konnte, das hält Gott für die bereit, die ihn lieben.“
Jovenes RE (Jugendgruppe 25-35 Jahre)

Wie ihr wisst, sind wir Leiter einer Jugendgruppe. In der Zeit der Quarantäne haben wir Zuwachs von sechs neuen Leuten in unserer Gruppe bekommen. Die Not war und ist zum Teil immer noch gross. Mit Angstattacken, Jobverlust, Ansteckung von Covid-19, Todesfälle in Familie und Bekanntenkreis durch Covid-19, etc. Jemand in unserer Gruppe, verlor drei Onkels in einem Monat, was sehr hart war. Als Gruppe sind wir sehr gewachsen im Gebet füreinander, für Familie, Freunde und Bekannte. Wir dürfen auch immer wieder Gebetserhörungen erleben, wie zum Beispiel die Oma (90 Jahre) von jemandem in unserer Gruppe, die von dem Virus geheilt wurde. Ihre Geschichte konnte man sogar in der Zeitung lesen. Ronald hat immer wieder Gespräche mit den Männern und ich mit den Damen, um sie zu stärken und zu ermutigen.
Von dem 05. – 06.09.2020 hatten wir mit den Teenies, mit allen von Zoe (Jugendgruppe von 18 – 24) und alle Gruppen von Jovenes RE, eine Jugendkonferenz mit dem Thema Sexualität. Es gab super, interessante Themen, man konnte jedes Mal am Schluss Fragen stellen und wenn man wünschte, konnte man auch Gespräche mit einem Seelsorger in Anspruch nehmen. Es war ein voller Erfolg. Alle waren echt begeistert und auch gesegnet.

Am 13.09. haben die Jovenes RE eine Baby-Shower für uns organisiert, natürlich via Zoom. Da es eine Überraschung ist, ob es Junge oder Mädchen wird, haben sie gemeint, wir sollen hellblau dekorieren, da es eine neutrale Farbe sei. Grins! Es gab eine kleine Andacht, lustige Spiele, viele liebe Worte und Ratschläge. Am Schluss wurden wir gesegnet mit einem Gebet. Uns hat es richtig gefreut und es war eine super, tolle Zeit.